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Gesundheit ist politisch nicht wünschenswert

Wieso können Fitnessstudios keine Partner sein?


Gesunder Lebensstil politisch nicht gewünscht?

Auszug aus einem Gesprächsprotokoll, das von Otti und Rolf Krempel während dem 3. WFWF 2008 von der Fitnesstribune, Europas größtem Fitnessfachmagazin für Deutschland, Österreich und die Schweiz, veranstaltet wurde. Ich nahm es mir frei, den Teil des Protokolls zu extrahieren, der das spannende Thema "Gesundheitspolitik" beinhaltet.


Dass die Politik und das von starken Lobbyverbänden geprägte Gesundheitswesen oftmals gar kein Interesse daran haben, Fitnessstudios als Partner zu gewinnen, machten Kaspar Zimmermann und Otti Krempel in ihren Statements sehr deutlich. Kaspar Zimmermann nahm den aktuellen Anlass eines Schweizer Politikers, der ins Koma gefallen war, als Beispiel einer völlig haltlosen Verschwendung der Gesundheitsbudgets. Der Herzanfall des Politikers führte zum Aufruf, flächendeckend an allen grossen und wichtigen Plätzen in der Schweiz Defibrillatoren strategisch zu positionieren, um bei eventuellen Herzattacken rechtzeitig eingreifen zu können. Mit solchen unsinnigen Forderungen wird Krankheit immer teurer gemacht, die medizinische Versorgung läuft budgetär völlig aus dem Ruder und die Menschen werden systematisch immer kranker geredet.

Die obligatorischen Krankenversicherungen tragen stark dazu bei, dass die Menschen immer häufiger Leistungen in Anspruch nehmen, die sie, wenn sie sie selbst aus eigener Tasche bezahlen müssten, niemals in Anspruch nehmen würden.

Das ganze Gesundheitswesen ist darauf ausgerichtet, Kranksein und Krankheiten systematisch zu fördern, wobei der fast sklavische Glaube an die Allmacht der klassischen Schulmedizin schon fast zwanghafte Züge annimmt. Die Menschen werden nicht mehr dazu gebracht, ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren, sondern sie vertrauen ohne nachzudenken den Medikamenten und therapeutischen Massnahmen der verschreibenden Ärzte, was einer systematischen Verdummung gleichkommt.

Hinzu kommt, dass die Pharmaindustrie zunehmend Krankheiten erfindet, die über entsprechende Medien direkt den Konsumenten eingetrichtert werden, während die Anreize für eine gesunde Lebensweise nicht existieren. Die Gesunden müssen für die Kranken arbeiten, wofür die Kranken belohnt, die Gesunden jedoch bestraft werden. Nur ein grundlegender Wandel des Gesundheitswesens kann dieser tragischen Entwicklung entgegenwirken.

Otti Krempel machte auf die Fehlentwicklungen des Gesundheitswesens in Deutschland aufmerksam, die mit der Einführung des Gesundheitsfonds 2009 zu gravierenden Problemen führen werden. Die Kassenbeiträge wurden einheitlich auf 15,5 % angehoben, was für fast 90 % der angestellten Mitarbeiter zu einer drastischen Erhöhung der Kassenbeiträge führt, bei gleichzeitiger Leistungsreduktion und weiteren Zuzahlungen in Form von Praxis- und Rezeptgebühren.

Da Krankenkassen für sogenannte Risikopatienten (chronisch Kranke wie Diabetiker, Asthmatiker, Herzkreislauf-, Krebspatienten usw.) über den Risikostrukturausgleich mehr Geld aus dem Gesundheitsfond erhalten, sind Kassen nunmehr bestrebt, besonders viele Kranke in ihren Listen zu führen, weshalb nun eifrig nach Symptomen und Medikamenten geforscht wird, die auf eine chronische Erkrankung hinauslaufen könnten. Krankheit wird so zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor, während der Gesunde nur noch als Zahlvieh gesehen wird. Der Kollaps dieses Systems ist auch ohne Kristallkugel vorherzusehen, denn mit der sich ausdünnenden Decke des jugendlichen Nachwuchses lässt sich diese Form der Krankenförderung nicht mehr lange bezahlen.

Otti Krempel fordert, dass die Fitnessbranche sich sehr viel stärker dafür einsetzen soll, Beiträge für die Studios als gesundheitswirksame Ausgaben steuerlich frei zu stellen, so, wie das in anderen europäischen Ländern schon längst durchgesetzt wurde, Auch Paul Eigenmann sieht den Kollaps der Gesundheitssysteme als wahrscheinlichstes Szenario an, Die traditionelle Medizin hat seiner Meinung keine Lösungen für die Zivilisationskrankheiten, da sie nur an Symptomen herumdoktert. Bewegung ist zweimal so effizient wie das wirksamste Medikament, weshalb die Bewegungsanbieter spätestens dann die besseren Konzepte anzubieten haben, wenn die Gesundheitssysteme zusammenbrechen.

Die Branche ist jedoch aufgefordert, ihre Angebote transparenter zu machen und sich gewissen Normierungen zu unterwerfen, die ein, gutes Qualitätsmanagement nun einmal voraussetzen.

Paul Eigenmann fordert, dass starke politische Botschaften entwickelt werden müssen, z. B. DIN-Normen in der Fitnessbranche zu schaffen. Ein gutes Studio vor Ort nützt politisch nicht viel, weil damit keine generellen Forderungen nach gesetzgeberischen Vorgaben wie z. S, Steuererleichterungen durchgesetzt werden können.

Ein weiteres Problem der Studios besteht auch darin, dass sie politisch unter "Sport" abgehandelt werden, obwohl die Leistungen die sie erbringen, wie das gerätegestützte
Training, so wie in den USA als Gesundheitsdienstleistungen anerkannt werden müssten, Fitnesstraining sollte deshalb schon bereits im Schulsport etabliert werden, wie dies zwar schon vielfach geschieht, aber die jetzigen Ergebnisse reichen noch nicht aus, um ein politisches Umdenken zu provozieren.


Mit freundlicher Genehmigung der Fitnesstribune (.com)
Foto: Stylisches Fitnesssstudio: Vitaparc Club Step fit & Well, in Stgt. Vaihingen

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