Die Fitnessbranche, so scheint es mir, wird ihre Gaukler und Fallensteller einfach nicht los. Ähnliches erlebt man sonst nur im Rotlichtmilieu, meine Meinung. Wer spricht hier bitte von einer seriösen Branche! Wer kann hier davon sprechen, dass er stolz ist hier zu arbeiten?
Die unkoscheren Geschäftsgebaren der Fitnessbranche in Deutschland begannen ja damit, dass man sein Heil in der Politik sah, „Leadboxen“ aufzustellen oder durch das Hausieren von Promoteams (mit Gewinnspielen) in Fußgängerzonen. Resultat beider Aktionen: Jeder hatte gewonnen, der Besuch des durch einen späteren Anruf angelockten „naiven Neulings endete dann oft mit einem 24 Monatsvertrag.
Wen wundert’s: Auf die Einstellung von qualifizierten Trainern und Investition in deren Ausbildung wird bekanntlich immer weniger Wert gelegt, dafür aber um so mehr in das Anheuern von Freischärlern und Söldnern, sprich Verkäufern. Diese „Salesmanager“ müssen dann nicht lange untätig im Eingangsbereich des Clubs lungern - um die Opferschafe vor ihre Flinte zu bringen. Der Spähertrupp (Promo) hat ja gute Arbeit geleistet und die Meute vor sich hergetrieben (Sprachgebrauch der Szene).
Dann suchte man bekanntlich ja das Heil in den Wochentarifen, auch wieder um den Konsumenten hinters Licht zu führen, da 52 Wochen ja bekanntlich mehr in die Kasse spielen als 12 Monate (48 Wochen). Einer der neuen Tricks ist es dem Studiomitglied mit jeder Menge Gebühren extra Kohle vom Konto zu holen. Phantasie ohne Grenzen. Gesundheitscheckpauschalen, Pauschale für eine jährlich neue Mitgliedskarte, Servicepauschalen, Nebenkostenpauschale und vieles mehr. Erst kürzlich gesehen, in Berlin bei einer „bekannten Fitnesskette“, die ja schon manch „Windigen“ in der Branche als Vorbild galt: eine Reinigungspauschale! Fitnessverträge komplizierter als ein Handyvertrag und das will schon was heißen!
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