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Wintersport: Snowbike

Snowbikefahren ist eine noch sehr junge Sportart.


Bildmaterial freund.Weise von Hotel Theresa in Zell/tirol theresa.at

Sportgeräte und Fortbewegungsmittel sind nicht unbedingt an ein bestimmtes Terrain gebunden. So gibt es Ruderboote für die Straße und Surfboards mit Rädern. Warum dann nicht auch mit dem Fahrrad auf die Skipiste? Zugegeben, mit einem üblichen Rennrad oder einem Mountainbike mag diese Vorstellung etwas ungewöhnlich oder sogar lebensmüde klingen, mit einem Snowbike® ist das allerdings kein Problem.

Ein Blick zurück

Obwohl Snowbikefahren eine noch sehr junge Sportart ist, gehen die Ursprünge bis ins 19. Jahrhundert zuück, genauer bis ins Jahr 1892. Schon vor über hundert Jahren hatte der Amerikaner Stevens ein Patent für ein Gefährt angemeldet, welches man als " Einspurigen Schlitten mit Griffen " bezeichnen kann. Dieses ging aber nie in Produktion und erlangte niemals Serienreife. Etwa 20 Jahre später wurde im Schweizer Skiort Grindelwald im Berner Oberland das sogenannte "Velogemel" patentiert. Hinter diesem Bergiff, der im heutigen Sprachgebrauch sicher alles andere als trendy klingt, verbirgt sich ebenalls ein einspuriger Rennschlitten mit Lenker.

Der Vater des eigentlichen Snowbike® und Inhaber des Trademarks ist der Österreicher Engelbert Brenter. Er hat sich 1949 einen Sitzski patentieren lassen, der damals aus gebogenem Holz mit aufgeschraubten Kanten gefertigt war. Die Skibobs waren in den sechziger und siebziger Jahren sehr beliebt, doch waren sie sehr schwer und der Fahrkomfort ließ arg zu wünschen übrig.

High-Tech Skibobs sind leichter und schneller

Die modernen Skibobs sind in jahrelanger Weiterentwicklung zunehmend optimiert worden. Wer sich heute ein z.B. ein original Brenter Snowbike® zulegt, erhält ein High-Tech-Rennsportgerät, das gerade mal sieben Kilogramm wiegt und mit einer komfortablen Federung ausgestattet ist. Es ist aus Aluminium und Kunststoff gefertigt und lässt sich zusammenfalten. Der Sattel ist gepolstert, sehr lang und erinnert ein wenig an Bonanza Bikes, die in den siebziger und frühen achtziger Jahren sehr populär waren.

Schwingend gehts die Piste hinab


Snowbike® hat tatsächlich sehr wenig mit Fahrradfahren zu tun. Vielmehr ähnelt es dem Ski- oder dem Snowboardfahren. Das Snowbike® hat keine Pedale und keine Räder, sondern Kufen. Fest im Sattel sitzend mit weitgehend gestreckten Armen zieht der Pilot elegante Schwünge durch den Schnee. Die Füße sind seitlich und werden zur Stabilisation eingesetzt, etwa so wie Stützräder an einem Kinderrad. Das Kurvenfahren ähnelt etwas dem Motorradfahren, d.h mein dreht nicht einfach nur am Lenker, sondern neigt den gesamten Körper in die gewünschte Richtung. Für das nötige Tempo sorgt alleine der Hangabtrieb, denn über einen Motor verfügt das Snowbike® selbstverständlich nicht. Immerhin ist das Snowbike® damit ein sehr umweltfreundliches Vehikel. Eine aktive Federung schluckt Unebenheiten auf der Piste und schont so das Gesäß und die Wirbelsäule.

Etwas schwieriger gestaltete sich früher der Transport, als es kaum Gondeln gab, die die damals 20 Kilogramm schweren Bobs transportieren konnten. Auch war das Snowbiken nich auf jeder Piste und in jedem Skigebiet erlaubt. So musste zum Beispiel einmal eine Weltmeisterschaft verlegt werden, weil das Snowbiken auf den Pisten der Alpinskifahrer nicht gestattet war. Auch der Schweizer Nobelskiort St. Moritz ist bei den Snowbiken nicht gerade erste Wahl.

Der Transport der modernen Snowbikes® ist im Großen und Ganzen allerdings kein Problem mehr. Wie bereits beschrieben lässt sich ein Brenter Snowbike® zusammenklappen und ist mit sieben Kilogramm auch nicht gerade ein Schwergewicht in der Gondel. Im Sessellift hängt man es einfach an eine Armlehne und wer sich vom Schlepplift ziehen lässt, kann das Snowbike® einfach zwischen den Beinen mitschleifen lassen.

Snowbike® als Leistungsport


Snowbike® wird auch leistungsorientiert betrieben, doch sind nationale und internationale Veranstaltungen wenig interessant für die Medien. Die Szene ist noch sehr klein und nur wenige Länder haben einen Verband. Nachwuchs ist kaum in Sicht, so dass ein großer Boom wie etwa beim Skispringen sicher ausbleiben wird, zumindest in absehbarer Zeit. Das Snowbike® wird deshalb eine nicht uninteressante Alternative für Freizeitalpinisten bleiben.

Preislich ist der Spaß nicht wirklich teurer als "herkömmlicher" Wintersport auf Skiern oder dem Snowboard. So kostet ein Snowbike® C4 ungefähr 1000 EUR. Mittlerweile gibt es in den Alpen auch schon an vielen Orten Mietstationen für Snowbikes®, wo jeder mal für einen Tag experimentieren kann. Wer sich lieber unter fachkundiger Anleitung auf die Kufen setzen will, kann einen Kurs bei einem Bike-Guide besuchen. In Engadin in der Schweiz kostet ein Anfängerkurs etwa 60 EUR inklusive Schutzausrüstung. Wer die Möglichkeit hat, es mal während seines Winterurlaubs auszuprobieren, sollte sich das nicht entgehen lassen. Möglicherweise wird hin und da ein überzeugter Skifahrer zum Biker.

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