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Ist die Fitnessbranche noch zu retten?

Taten zählen - nicht schöne Absichtserklärungen, nicht Worte.


Fitness-Circle im Fitnessstudio

Ich sehne dieser Branche geradezu eine hervorragende wirtschaftliche Prognose herbei, sonst würde ich mir nicht diese Mühe machen. Ich möchte hier keinesfalls , den Narren abzugeben, andererseits waren es die Narren, die im höfischen barocken Treiben den Burg- und Schlossherren den Spiegel vorgehalten haben. So sei es drum!

Mir scheint durch die Besuche bei „einfältigen“ Fitnesskongressen der letzten Jahren, die dortige gebetsmühlengleiche Berieselung von selbsternannten Referenten mit Guru-Ambitionen, wurden Fitnessstudiobesitzer auf Irrwege verführt, die es zu korrigieren gilt. Nachfolgend gibt es deshalb einige Best Practice Beispiele, dass es auch anders geht. Taten zählen nämlich - nicht schöne Absichtserklärungen, nicht Worte.

Kundenorientierung von Anfang an? - Kennen Sie die Gepflogenheit der Fitnessstudiobesitzer telefonisch keine Preisauskunft an den Kunden auszugeben, oder gar Preise nicht auf der Homepage zu veröffentlichen?


Kundenbindung – was für ein schreckliches Wort, denn es wird in der Fitnessbranche oft buchstäblich genommen. Man bringt den Kunden mit NLP-ähnlich geführten Verkaufsgesprächen dazu einen langfristigen, für ihn kaum zeitlich überschaubaren 24 Monatsvertrag zu unterzeichnen. Pardon, ein Abo, denn das Wort Vertrag wird ja in der Fitnessbranche ja nur verwendet, wenn er frühzeitig kündigen will.

Update vom 11.05.2010 Gerade einen recht interessanten Artikel zum Thema: "Der Ruf der Fitnessbranche" in der Badischen Zeitung entdeckt: "Der Rücken ist kaputt, drei Ärzte bezeugen das – dennoch will ein Freiburger Fitness-Studio einen Kunden nicht aus seinen Fängen lassen. Es pocht auf den Vertrag. Nicht der einzige Fall, in denen Kunden verprellt wurden." Zitat am Ende des Artikels "Die ganze Branche ruft mit ihrem Geschäftsverhalten immer wieder die Verbraucherzentrale auf den Plan. Diese rät, Verträge genau durchzulesen und die Kontoauszüge regelmäßig zu prüfen."
Hier zum Artikel: Fitness-Studio fordert mehr als 1500 Euro von krankem Kunden


Ebenso wird die hohe Fluktuation von Mitgliedern als gottgegeben hingenommen, frei nach Shakespeare : „Egal wie viele Mitglieder unten raus fallen – es müssen oben nur genug neue dazu kommen“. Wie sollen eigentlich Mitarbeiter sich den Respekt vor jedem einzelnen Mitglied bewahren, wenn von oben diese Leitsprüche runterrieseln? - Wer wenig zu bieten hat, hat diesen Gewaltakt natürlich nötig um zu überleben. Was für ein trauriges Armutszeugnis.

„An dem Tag, an dem Du denkst, Du kannst nicht mehr besser werden,
fängst Du an, immer den gleichen Song zu spielen.“ David Bowie.


Wie höre ich vielenorts die Fitnessstudiobereiber jammern, manche bereits finanziell auf dem letzten Loch pfeifend. Früher war alles besser, sagt der Volksmund. Menschen die diese Einstellung haben können alt werden, ihre Unternehmen ganz bestimmt nicht. Die Welt ist im Fluß, stetiger Wandel und das bedeutet Evolution. Eine menschliche Existenz hat den Anspruch sich weiterzuentwickeln - eine unternehmerische Existenz hat sogar nur dann eine Zukunftschance. Wenn man die Welt durch den Rückspiegel betrachtet...kann man nicht nach vorne fahren, oder? - Rezepte die früher einmal ihre Berechtigung hatten, funktionieren in unserer schnellen Zeit einfach nicht mehr. Eine Wirkung kann ich nicht einmal dann eleminieren, wenn ich einen Schritt zurück mache.

Deshalb die Forderung nach Changement! Nach Neuorientierung.

Einstein formulierte es so: "Die signifikanten Probleme, vor denen wir stehen, lassen sich nicht auf derselben Ebene des Denkens lösen, auf der wir sie geschaffen haben." Wenn wir also kleine (klitzekleine), schrittweise Veränderungen und Verbesserungen erzielen wollen, sollten wir an den praktischen Methoden, dem Verhalten oder der Einstellung arbeiten. Wenn wir jedoch signifikante, quantensprungartige Verbesserungen erreichen wollen, müssen wir an den Paradigmen (Wahrnehmung, Annahme, Theorie, Bezugsrahmen, oder die sprichwörtliche Brille, durch die man die Welt betrachtet) arbeiten.

Ein Paradigma ist mit einer Landkarte oder einem Stadtplan vergleichbar: Wenn die Karte oder der Plan nicht stimmt, können Sie sich nochso abmühen ihr Ziel zu errei hen, und nochso positiv denken, es wird Ihnen nichts nützen. Nur wenn die Karte oder der Plan korrekt ist, kommt es auf Fleiß und die Einstellung an, sonst nicht!


Wo sind die neuen Konzepte, die neuen Ideen? Der Interessent hat auf jeden Fall die Schnauze voll von der Fitness-Einheitssauce! Können Sie mir sagen, was Ihr USP ist, was Sie von Ihren Mitbewerbern so stark unterscheidet, dass sich der Interessent auf jeden Fall für Sie entscheidet?

Es fehlt, neben genereller Zielorientierung, beispielweise eine konsequente Ausrichtung auf den Zweiten Gesundheitsmarkt. Statt dessen sprießen, zumindest in Deutschland, täglich Firmen aus dem Boden, die Schützenhilfe geben an den Präventionsprogrammen der Krankenkassen zu partizipieren, Missbrauch vorprogrammiert - mit kurzfristiger Erfolgsstrategie versteht sich: Wahrheit und Dichtung entlarvt der Kunde schnell – und Lügen haben bekanntlich kurze Beine. Zwangsläufig beschleicht einen da ein Deja Vu Erlebnis: In den Neunzigern wurde das Präventionsprogramm wegen Missbrauch wieder abgeschafft. Bezuschusste Tango-Tanzstunden, Saunagutscheine und Gipfelklettern waren dann doch etwas zuviel des Guten.








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