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Kinesio-Taping: Der beklebte Athlet

Was die bunten Klebestreifen am Körper bringen und wann man sie einsetzt


Kein optischer Gag, hilft wirklich!

David Beckham hat es getragen, Serena Williams auch und Michael Ballack hat es sogar im Finale der Europameisterschaft 2008 getragen um die Wade der Nation zu stabilisieren: Die Rede ist vom Kinesio-Tape.

Die bunten Klebestreifen wurden Anfang der Siebziger Jahre vom Japaner Kenzo Kase entwickelt. Die Tapes bestehen aus Baumwolle und haben eine Wellenförmige Acrylklebebebeschichtung, damit die Haut durch den Klebestreifen atmen kann. Im Gegensatz zu normalem Sporttape kann man das Kinesio-Tape auf mehr als das doppelte seiner Originallänge dehnen. „Beim Sporttape geht es vor allem um eine Fixierung des Gelenks, während beim Kinesio-Tape durch die dehnbare Struktur, das volle Bewegungsausmaß möglich ist“ sagt Patrick Bender, Physiotherapeut bei der Physio Training Academy.

Ein zentrales Ziel der Kinesio-Tapes ist die Schmerzlinderung. Ein gut angelegtes Tape bringt leichten Druck auf das schmerzende Gewebe, dadurch werden die Schmerzrezeptoren von den Mechanorezeptoren überlagert. Der Schmerz ist noch da, er wird aber nicht bis ins Gehirn weitergeleitet, weil die Information über den mechanischen Druck auf das Gewebe wichtiger ist.

Bei der muskulären Behandlung mit den Kinesio-Tapes ist es wichtig, dass das Tape auf den komplett vorgedehnten Muskel angebracht wird. Wird der Muskel wieder entspannt, bilden sich leichte Wellen auf dem Tape. Die Haut wird an dieser Stelle wellenförmig angehoben und es kommt zu einer Stoffwechselanregung, weil der Austausch von Blut und Lymphe mehr Platz hat. Das hilft besonders bei Schwellungen, weil hier der Stoffwechsel langsamer abläuft. Verspannte Muskulatur kann man mit Kinesio-Tapes wieder entspannen. Genauso kann man die Muskulatur anregen. „Wenn zum Beispiel jemand einen Rundrücken im Sitzen hat und man weiß, dass die Ursache ein muskuläres Problem ist, kann man auf die Stützmuskulatur des Rückens ein aktivierendes Tape kleben, damit die gerade Sitzposition begünstigt wird“, erklärt Physiotherapeut Patrick Bender. Hilft das Kinesio-Tape nicht, kann eine muskuläre Ursache ausgeschlossen werden. Dann liegt das Problem an einer anderen Körperstelle. So können zum Beispiel Schmerzen an der Hüfte ihre Ursache im Knie oder Sprunggelenk haben.

Beim Kleben der Tapes kann man einiges falsch machen, deswegen ist es wichtig, dass gut ausgebildetes Fachpersonal das Kleben der Streifen übernimmt.
Wichtig zu wissen ist, dass Kinesio-Tape nur als Begleitung zur Therapie eingesetzt wird. „Die Vorstellung, dass man mit Kinesio-Tape alleine eine Besserung erzielt, kann man gleich vergessen“, sagt Bender. Die Tapes sind also nur ein Baustein auf dem Weg der Besserung. Denn auch ein David Beckham oder Michael Ballack haben neben dem Kinesio-Tape ein gezieltes Reha-Programm zu absolvieren, damit die geklebten Muskeln wieder wie vorher arbeiten.

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