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Skihelm ja - aber welcher?

Fitness.com Interview mit Andreas König, DSV-Sicherheitsbeauftragter


Andreas König trägt beim Skifahren
einen Helm!

Auf die Piste nie ohne Helm – diesen Grundsatz beherzigen seit dem tragischen Unfall des ehemaligen thüringischen Ministerpräsidenten Michael Althaus immer mehr Skifahrer. Zwar kann nur spekuliert werden, ob die 41jährige Slowakin und Mutter zweier Kinder, mit der Althaus kollidierte, überlebt hätte, wenn sie einen Helm getragen hätte. Unbestritten ist aber, dass ein wirksamer Kopfschutz, die Verletzungsgefahr im Kopfbereich entscheidend verringern kann.

Ungefähr zehn Prozent aller Verletzungen beim Skifahren passieren im Kopfbereich. Dabei ist die Zahl der schweren Kopfverletzungen in den letzten Jahren zurückgegangen. Sicherheitsexperten führen das darauf zurück, dass immer mehr Wintersportler einen Helm tragen. Aktuelle Studien aus Österreich zeigen außerdem, dass die Zahl der Gehirnerschütterungen bei Skifahrern mit Helm halb so hoch (2,8 Prozent) ist wie bei Schneesportlern ohne Helm (5,5 Prozent).

Doch welcher Helm ist nun der richtige und worauf sollte man beim Kauf achten? Fitness.com sprach mit dem Sicherheitsexperten des Deutschen Skiverbandes (DSV) Andreas König.

Fitness.com: Herr König, was macht einen guten Helm aus?
Andreas König: Ein guter Helm sollte die Sicherheitsnorm CE EN 1077 erfüllen. Im Sportfachhandel werden nur Modelle angeboten, bei denen dies der Fall ist. Kriterien für die Prüfung sind unter anderem das Stoßdämpfungsvermögen, die Durchdringungsfestigkeit, und die Wirksamkeit der Befestigung am Kopf, denn der Helm soll bei einem Sturz ja sitzen bleiben und seine Position nicht verändern.

Fitness.com: Worauf muss man als Käufer noch achten?
Andreas König: Das A und O ist, dass der Helm richtig sitzt. Die Größenangabe ist nur ein Anhaltspunkt. Wie andere Kleidungsstücke kann auch ein Helm ganz unterschiedlich ausfallen. Das spricht dafür in ein Geschäft zu gehen, wo man den Kopfschutz anprobieren kann. Wichtig ist, dass der Kinnriemen gut sitzt und gepolstert ist, so dass er nicht verrutscht und einschneidet. Auch sollte der Helm mit angezogenen Handschuhen verstellbar sein.

Fitness.com: Wie sieht es mit der Skibrille aus? Sollte man sie zum Helmkauf mitnehmen?
Andreas König: Unbedingt - auch die Sonnenbrille. Beide sollten mit dem Helm getragen werden können. Unter Umständen kann es sogar notwendig sein, eine neue Brille zu kaufen, wenn Sehhilfe und Helm nicht kompatibel sind.

Fitness.com: 90 Prozent der Wärme wird über den Kopf abgegeben und beim Skifahren schwitzt man mitunter gewaltig.
Andreas König: Ja - eine gute Belüftung ist wichtig. Die Ohrenpolster sollten möglichst kopfnah sitzen, damit die Fahrgeräusche gut isoliert werden.

Fitness.com: Neuerdings werden so genannte Multifunktionshelme angeboten, die für mehrere Sportarten zum Beispiel zum Radfahren, Klettern und Skifahren verwendet werden können. Was halten Sie denn davon?
Andreas König: Nicht viel! Jede Sportart hat ihre eigenen Ansprüche. Ein Kletterhelm muss ganz anders konzipiert sein als ein Helm zum Skifahren oder Radfahren.

Fitness.com: Und zum Schluss - wie viel kostet denn ein guter Helm?
Andreas König: Die Preisspanne reicht von 69 bis 300 Euro Nach oben gibt es keine Grenzen. Dabei ist ein hoher Preis nicht unbedingt eine Garantie für Qualität. Auch preisgünstige Helme sind oft gut und sicher. So viel sei schon von unserem Helm-Test verraten, dessen Ergebnisse ab 4. Dezember im DSV aktiv Ski & Sportmagazin nachzulesen sind.

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