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Bode Miller: zum Olympia-Gipfel?

Die außergewöhnliche Karriere von Ski-Star Bode Miller


Bode Miller vertraut seinem Instinkt - und seinem Ski. (Foto:HEAD)

Seine Ski standen den Sommer über in der Ecke, den Weltcupauftakt in Sölden verfolgte Bode Miller noch vor dem Fernseher: Nach seinem vorzeitigen Ausstieg aus der letzten Saison und einem trainingsarmen Sommer wollte US-Skistar Bode Miller beim Slalom im finnischen Levi aber wieder zur Ski-Spitze zurückkehren. Doch anstatt ein erfolgreiches Comeback zu feiern, schied der 32-Jährige im zweiten Durchgang aus. Ein schlechtes Omen für die neue Olympia-Saison oder einfach nur ein typisches Rennen á la Bode Miller? Fitness.com stellt den außergewöhnlichen Ski-Star und seine Karriere vor.

Die einen lieben und bewundern ihn – halten ihn sogar für einen der besten Ski-Fahrer aller Zeiten. Andere tun das nicht: Sie kritisieren seine exzentrische Art, sein Partyleben und seine Einstellung zum Doping. Der US-Ski-Star Bode Miller forderte einst die Freigabe vom Dopingmittel Epo, da durch dessen Einnahme die Sturzgefahr der alpinen Rennläufer reduziert würde. Bode Miller selbst stand nie unter Dopingverdacht und ist sich sicher, dass seine Fitness jedem Weltcuprennen gerecht wird. Er ist als Rebell und Pistenrowdy bekannt, mit seinem Wesen spaltet er die Öffentlichkeit und Experten.

Erfolge und Rekorde seien ihm eigentlich gar nicht so wichtig, sagte Miller einmal. Von ihnen könne man nur seinen Enkelkindern erzählen. Bode Miller gibt gern den Coolen – und das mit Hang zum Risiko. In jedem seiner Rennen gibt der Ski-Star alles, geht ans Limit. Es sind einerseits sein ungestümer Fahrstil und seine überdurchschnittlich vielen Ausfälle, andererseits aber seine großen Erfolge, die den Ski-Star ausmachen. Denn wenn Miller bei einem seiner draufgängerischen Rennen ins Ziel kommt, dann meist sehr erfolgreich: Als einziger Ski-Läufer konnte er innerhalb einer Saison Rennen in allen Disziplinen gewinnen. Miller gilt deshalb als einer der wenigen Allrounder im Weltcup.

Seine außergewöhnliche Karriere begann bereits während seiner Jugend: Zusammen mit seinen drei Geschwistern wuchs Miller in Easton, einem kleinen Dorf in New Hampshire auf. In Mitten der Berge lebten sie mit ihren Hippie-Eltern in einem kleinen Holzhaus – ohne Elektrizität und fließendes Wasser. Erst verspätet schulten die Eltern Miller ein. In der Highschool begann der heute 32-Jährige erst damit Tennis zu spielen, ehe er in die US-Skimannschaft aufgenommen wurde und seine ersten Erfolge feierte. Millers großes Talent wurde früh erkannt und gefördert. Der US-Amerikaner machte schnell Fortschritte, selbst wenn seine Technik als wenig elegant galt. Doch der Erfolg gab ihm Recht: 1997 startete Miller das erste Mal bei einem Weltcup-Rennen. Auf Anhieb fuhr er bei diesem Riesenslalom auf Platz 11 und überraschte damit seine Konkurrenz. In den darauf folgenden Jahren folgten 31 Weltcupsiege, vier Weltmeistertitel und zwei Siege im Gesamtweltcup.

In seiner Karriere hat Miller viel erreicht – doch ein Zielt bleibt: Olympisches Gold. Ob seine Form in diesem Winter dafür ausreicht, ist momentan die große Frage. Ein Dreivierteljahr ist der US-Amerikaner kein Rennen mehr gefahren. Nachdem er im Februar vorzeitig die Ski-Saison beendet hatte und aus dem Weltcup ausgestiegen war, wurde viel über ein Karriere-Aus spekuliert. Monatelang lies Miller die Öffentlichkeit wie seine Sponsoren im Unklaren darüber, wie es mit ihm weitergehen soll. Der Ausstatter hatte Millers Techniker bereits anderen Ski-Läufern zugeteilt.

Erst am 24. September gab Miller in Los Angeles sein Comeback bekannt und kehrte ins US-Ski-Team zurück. Doch nach einem Sommer, indem er sich um seine kleine Tochter kümmerte und als Co-Star in einer amerikanischen Fernsehsendung auftrat, nach einem Sommer ohne Kraft- und Ausdauertraining, wird Miller hart für seine Ziele kämpfen müssen. In den letzten Wochen trainierte er in Österreich und in Skihallen. Wie Miller in seinem Blog auf universalsports.com mitteilte, sei das richtige Ski-Feeling wieder da. Nur die Kondition brauche noch Zeit. Experten rechnen damit, dass er bis Januar wieder zu seiner alten Stärke zurückfinden könnte. Und das wäre dann gerade rechtzeitig für die olympischen Spiele Vancouver und sein großes Ziel: Die Goldmedaille. Erfolge und Rekorde – scheinbar doch nicht so unwichtig für Miller wie er behauptet.

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