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BEO-Bio-Schwindel

Foodwatch überführt den Bio Limo-Hersteller Carlsberg


Das entspricht 5,5 Prozent Bio Anteil

Sie nennen sich selbst „die Essenretter“: Die Aktivisten der Verbraucherorganisation foodwatch führen erfolgreich ihren Kampf gegen den Etikettenschwindel in der Lebensmittelindustrie. Dabei schrecken sie auch vor großen Unternehmen nicht zurück. Ihr neuestes Gegner: Die Brauerei Carlsberg. Die soll mit ihrer Bio-Brause „BEO“ Schwindel betreiben, weil in Wirklichkeit alles andere als „Bio“ im Getränk drinsteckt.

Der Markt für Lebensmittel, also für Nahrungsmittel, Genussmittel, Lebensmittelzusatzstoffe und Nahrungsergänzungsmittel, aber auch für Erfrischungs- und Fitnessgetränke ist hart umkämpft, bisweilen scheint er schlicht und ergreifend übersättigt. Wer im Supermarkt vor den Regalen steht, hat sprichwörtlich die Qual der Wahl. Die Marketingexperten der Unternehmen müssen sich schon etwas Besonderes einfallen lassen, um die Aufmerksamkeit des Kunden auf sein Produkt zu lenken und zum Kauf zu animieren. Das beginnt schon bei der Wahl des richtigen Wassers. Hier werden – wissenschaftlich höchst umstritten – Flaschen feilgeboten, die, zusätzlich mit Sauerstoff versetzt, Körper und Geist beleben sollen – für die man aber dann auch wesentlich tiefer in die Tasche greifen muss, als für die Konkurrenzprodukte.

Eine Organisation, die sich dem Kampf gegen diesen und ähnlichen Etikettenschwindel verschrieben hab, ist foodwatch, eine Verbraucherorganisation, die 2002 gegründet wurde und sich als eingetragener Verein nur über die Spenden der ungefähr 15.000 Förderer finanziert und so nach eigenen Angaben unabhängige Recherchen und Analysen betreiben kann. So deckte foodwatch beispielsweise auf, dass jedes achte Mineralwasser in Deutschland bedenklich hoch mit Uran belastet ist, oder erreichte, dass Nestlé eine Gemüse-Tütensuppe vom Markt nahm, auf der zwar Bio drauf stand, aber alles andere als Bio drin war.

Fruchtlimo ohne Frucht!
Der neueste Coup von foodwatch ist die Aufdeckung des „BEO-Bio-Schwindels“, der wie im Fall Nestlé zeigt, dass der Verein auch vor den ganz großen Namen der Lebensmittelindustrie nicht zurückschreckt. Die Brauerei Carlsberg bewirbt ihr angebliches Bio-Getränk „BEO“ als Limonade aus „rein natürlichen Zusatzstoffen“, ohne „künstliche Zusatzstoffe“. Damit sollen laut Carlsberg Kunden angesprochen werden, denen ein „verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen am Herzen liegt“. Wer „BEO“ nicht konsumiert, muss also fast schon ein schlechtes Gewissen bekommen und sich als Umweltferkel fühlen, dem Mutter Erde am Allerwertesten vorbei geht.

In Wirklichkeit aber, so fand foodwatch heraus, sind gerade einmal 5,5 Prozent in der Brause tatsächlich Bio – nämlich Zucker und Gerstenmalzextrakt. Die Sorte „Heimat Apfel & Birne“ etwa enthalte weder biologisch, noch konventionell angebaute Früchte. Was hier nach Früchten schmeckt, sind lediglich Aromen und Zusatzstoffe. Viel weniger Bio geht nicht.

"Auch bei Bio gibt es Etikettenschwindel. Gerade im boomenden Segment der Biolimonaden treibt es mancher Hersteller besonders dreist", erklärt Anne Markwardt von foodwatch zum Fall „BEO“. "Carlsberg verspricht ‚Nachhaltigkeit' und ‚ausgezeichnete Bio-Qualität’, in Wahrheit kommt der Geschmack in BEO aber nicht aus Bio-Früchten, sondern aus Aromen und Zusatzstoffen. Ein bisschen Bio-Zucker und Bio-Malz machen aus einer Brause noch kein ‚nachhaltiges’ Getränk. Bei BEO fallen Apfel und Birne nicht weit vom Stamm und schaffen es schon gar nicht bis in die Flasche“, kritisiert Markwardt weiter.

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