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Fitnesstraining für Autofahrer

Tipps für das Workout-Programm auf dem Rastplatz


„Fahr’n, fahr’n, fahr’n, auf der Autobahn“ sangen schon vor 25 Jahren die Jungs von Kraftwerk. Mit der eintönigen Musik spiegelt ihr Hit noch heute das Fahrgefühl langer Autostrecken wider. Müdigkeit, schleppende Reaktionen, Unaufmerksamkeit – wer lang und oft Auto fährt, muss mit solch gefährlichen Nebenwirkungen kämpfen. Doch dagegen gibt es ein simples Rezept: körperliche Fitness. Sie trägt wesentlich dazu bei, auch seine Fahrausdauer zu steigern.

„Für uns ist die Sicherheit im Straßenverkehr ein wichtiges Anliegen. Bremsen und Reifen sind beispielsweise entscheidende Faktoren. Die Hardware der Autos wird immer besser, doch für die Software, das heißt für die Fahrer, gibt es kaum Programme“, erklärt Stefan Springfeld, Vertriebsleiter des Reifenherstellers Bridgestone. Deswegen hat sein Unternehmen in Kooperation mit den INJOY Fitnessclubs und Wissenschaftlern der Universitäten Hamburg und Bayreuth ein Training entwickelt, das speziell auf die Bedürfnisse von Autofahrern zugeschnitten ist und das Auto als Fitnessgerät umfunktioniert. Begeisterte Anhänger des FAHR FIT-Trainings sind unter anderem Leichathletikstar Tim Lobinger und die HSV Fußball-Legende Manfred Kaltz.

Das Training ist in drei Module aufgeteilt: eins für den Rastplatz während der Fahrtpausen, eins für zu Hause in Vorbereitung auf lange Autofahrten und ein Modul für das Fitness-Studio. „Schon ein 15-minütiges Training steigert die Beweglichkeit, Ausdauer und Aufmerksamkeit von Autofahrern“, sagt Wilfried Ruland von Bridgestone.

Besonders wichtig ist das Modul für unterwegs. Während der langen, gleichbleibenden Sitzhaltung im Auto treten häufig Rückenschmerzen und Verspannungen im Hals-Nackenbereich auf. Dies führt zur verminderten Reaktionsfähigkeit der Muskeln und Unbeweglichkeit. Die einseitige Blickausrichtung während der Fahrt mindert ebenfalls die Konzentration. Deswegen sind regelmäßige Pausen nach zwei Stunden unerlässlich. Diese sollten für kreislauffördernde, dehnende und kräftigende Übungen genutzt werden. So hilft zunächst zügiges Gehen, den Kreislauf in Schwung zu bekommen. Nach ausführlichen Körperstreckungen und Kniebeugen, folgen Dehnübungen im Schulter-Nackenbereich und Bewegungen mit der Hüfte. Schließlich kann das Auto kreativ als Sportgerät genutzt werden. Schrägliegestützen am Autodach oder an der unteren Kofferraumkante stärken die Muskulatur. Die Good Morning-Übung mit dem Thera-Band dehnt besonders den Oberschenkel und kräftigt den breiten Rückenmuskel. Einfach die Ferse des einen Beins auf die Schwelle der Autotür setzen, das Band um die Fußsohle legen und mit beiden Händen festhalten. Nun das Becken nach vorn kippen, den Oberkörper mit geradem Rücken nach vorn neigen und den Oberschenkel dehnen.

Ebenso wichtig wie die körperliche Fitness ist die Ernährung während der Autofahrt. Durch das Sitzen kommt es leichter zu Verstopfungen und zu verminderter Durchblutung von Magen und Darm. Fettige Speisen belasten zusätzlich. Also lieber auf die Rastplatz-Pommes verzichten und zu den Vollkornbrötchen, Salaten und Obst greifen. Und immer dran denken: viel Wasser trinken! Ein Mangel an Flüssigkeit verringert die Konzentration.

Doch neben den kleinen Tricks und Übungen während der Fahrt zur Lockerung und Aktivierung der Muskulatur sollte nicht die allgemeine körperliche Fitness vergessen werden. „Insbesondere im Straßenverkehr ist die Fähigkeit des Multitasking entscheidend für die Sicherheit. Je besser die eigene Physis ausgebildet ist, desto konzentrierter und reaktionsfähiger sind Sie“, mahnt Professor Klaus-Michael Braumann vom Institut für Bewegungs- und Sportmedizin der Universität Hamburg an. Das Ausdauertraining auf dem Crosstrainer, Laufband oder Fahrrad im Fitness-Studio helfen dem Ziel, die Aufmerksamkeit auf der Autobahn zu erhöhen.

Für den 69-maligen Nationalspieler Manfred Kaltz stecken in dem Trainingsprogramm viele nützliche Tipps. Ihm kommt es dabei besonders auf Herz-Kreislauf-Übungen an, durch die seine Konzentration stabil bleibt. Obwohl er mit 56 Jahren sein Fahrpensum erheblich gesenkt hat, kommen bei ihm jährlich immer noch einige 10.000 Kilometer zusammen. Sein persönlicher Tipp für Vielfahrer: „Zehn Minuten Power-Nap an der Raststätte, und schon bist du für nächsten zwei Stunden konzentriert.“

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