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Das Ende der Treppenlifter: Trendsport Treppenlauf!

Thomas Dold: keiner rennt schneller die Treppen des Empire State Building hoch


foto: run2sky

„Das Wichtigste ist, dass man sich die Strecke gut einteilt. Wer am Anfang Vollgas gibt, kann oben kaum noch rennen“, sagt Thomas Dold und sprintet los. Der sympathische Student der Wirtschaftswissenschaften ist gerade 24 Jahre alt und hat bereits vier Mal den prestigeträchtigen „Empire State Building Run Up“ gewonnen, zuletzt am 3. Februar dieses Jahres. Sein Geheimnis: Stramme Waden und dicke Oberschenkel, überdurchschnittliche Lactatwerte und ein unbändiger Wille.

Früher war Thomas Dold Bergläufer in der deutschen Nationalmannschaft. Heute sind die höchsten Türme der Welt seine Berge, „die steilsten“, wie er sie nennt. Den Taipei 101, dem ehemals höchsten Wolkenkratzer der Welt in Taipeh (Taiwan), hat er bereits bezwungen, in nur 10 Minuten und 53 Sekunden. Das sind bei 91 Stockwerken und 2046 Stufen genau 3,13 Stufen pro Sekunde.

„Der Treppenlauf ist wie ein Ganzkörper-Work-out. Man benutzt im Grunde fast jeden Muskel“, erklärt Thomas Dold. Das liegt an der besonderen dold’schen Technik: zwei Treppenstufen gleichzeitig und die Hände ans Geländer, damit die Arme den Körper mit hochziehen können. Hier werden nicht nur Bauch, Beine, Po trainiert, Rücken und Arme kommen ebenfalls zum Zuge. „Ich schaffe 60 Liegestützen am Stück“, sagt der junge Sportler nicht ganz ohne Stolz. Und schon gar nicht ist der Lauf mit einem gewöhnlichen Marathon vergleichbar. Sein Körper sei ähnlich wie der eines Sprinter, so Dold. Nur dass der Sprint 86 Stockwerke rauf an die Spitze des Empire State Buildings geht, in 10 Minuten und 7 Sekunden, persönliche Bestzeit. „Den Herzschlag merkt man nicht nur in der Brust, sondern auch am Hals und an den Schläfen. Ich Laufe zehn Minuten im Maximalpulsbereich. Im Ziel kann ich mich kaum noch auf den Beinen halten. Es brennt höllisch. Und am nächsten Tag habe ich dicke Beine.“ Doch beschweren möchte sich der 24-jährige Student nicht. Denn so kommt er an Orte, von denen seine Kommilitonen nur träumen können: Taiwan, Mailand, New York, Basel, Singapur.

Trendsport Treppenlauf
foto: run2sky


Doch wie trainiert man solch eine Sportart? Wo findet man bloß den geeigneten Trainingsplatz - oder besser gesagt, den geeigneten Trainingsturm? „Am Anfang habe ich noch illegal auf abgesperrten oder verschlossenen Treppen trainiert. Aber nach und nach bin auch in richtige Treppenhäuser gekommen. Teils wieder illegal, teils auch mit Erlaubnis. Mittlerweile ist es mir mit Ausnahmegenehmigung möglich, in Hochhäusern wie dem Maintower in Frankfurt oder dem Stuttgarter Fernsehturm zu trainieren“, beschreibt der Badener aus Steinach seine Startschwierigkeiten. Heute kennt ihn dort fast jeder. Die Sicherheitskräfte halten ihm die Tür auf, selbst Trainingsinteressierte kann er in den Fernsehturm mitbringen. Und die sind nach dem Medienrummel um Dold zahlreicher geworden. „Run2Sky“ nennt er das Training, das er für angehende Treppenläufer anbietet. Dennoch ist die Sportart sehr selektiv. Um sich auf einen Wettkampf vorzubereiten, fährt Dold zwei Mal wöchentlich nach Frankfurt zum Maintower: zwei Stunden hin, zwei Stunden zurück, und das für drei Mal die Treppen rauf und mit dem Fahrtstuhl wieder runter. Ein verrücktes und kostspieliges Hobby. Doch aufhören möchte der „Aufsteiger“ noch lange nicht. Schließlich werden immer höhere Treppenhäuser, pardon, Wolkenkratzer gebaut.

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