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Heißumkämpfte Pisten: Snowboard gegen Ski!

Skifahrer und Snowboarder teilen höchstens die Liebe zum Wintersport.


Der Konflikt beginnt schon vor der Abfahrt ins Tal. Hat man sich erstmal in den Sessellift gehangelt und schwebt selig dem Gipfel entgegen, kommt es auf dem Berg erstmal zum Stau. „Die können nicht richtig Schlepplift fahren oder lassen sich einfach aus dem Sessellift fallen und halten dann den Verkehr auf“, echauffiert sich Kathrin.

Oben angekommen, sorgen die Boarder anscheinend für das nächste Ärgernis, wenn sie, wie Kathrin sagt „einfach nur die Piste runterrutschen und dabei auch noch den Schnee wegschieben“. Doch Ann-Kathrin kontert: „Am schlimmsten sind die Skifahrer, die in ihren neonfarbenen „80ziger Jahre Skioveralls“ unkontrolliert die Piste runtereiern und einen dabei mit ihren Stöcken abstechen“.

Überhaupt scheinen vor allem die Meinungen, was man auf der Piste tragen sollte, auseinander zu gehen. Denn Snowboarden ist mehr als nur Wintersport. Es ist Lifestyle und Lebenseinstellung. Nie würde ein Boarder, für den das Outfit genauso wichtig ist wie die technische Ausrüstung, die wie Ann-Kathrin findet, „lächerlichen“ Mützen einiger Skifahrer tragen, womöglich mit „Hörnern“ oder anderen Applikationen. Der trockene Kommentar ihrer Freundin dazu: „Snowboarder denken, sie könnten boarden, weil sie stylishe Klamotten tragen.“ Auf der Piste ist Kathrin selbst schon einmal Zeugin einer Auseinandersetzung zwischen Snowboarder und Skifahrer geworden: „Wenn die Snowboarder auf der Piste rumsitzen und die eigene Abfahrt stören, nervt das schon“.

Die Rivalitäten zwischen „Zweibrett-„ und „Einbrettfahrern“ beginnen, als das Snowboarden in den Neunzigerjahren zu einem Massenphänomen in den traditionellen Skigebieten geworden ist. Wer jung und cool ist, lässt seine Skier im Keller stehen und wechselt aufs Board oder entdeckt mit dem Snowboarden auch gleich den Wintersport. Wie Ann-Kathrin, die zusammen mit Ihrer Clique als 15- jährige das Boarden anfing. „Ich hab lieber gleich mit was Stylischem angefangen. Ich meine, ich kauf mir ja heute auch keinen Plattenspieler mehr!“, erklärt die Studentin.

Auch bei Kathrin übte das Phänomen Snowboard anfangs eine gewisse Faszination aus. Doch schnell kehrte sie dem Boarden den Rücken und war nach einigen Wintern auf dem Snowboard – der Coolness wegen – schnell wieder auf Skiern unterwegs. „Ich hab als Kind in einem richtigen Kurs Skifahren gelernt und auch wenn mir snowboarden Spaß gemacht hat, fühle ich mich auf Skiern wohler. Man ist nicht auf einem Brett festgeschnallt und hat mehr Beinfreiheit, auch in brenzligen Situationen“, erklärt die Studentin ihre Leidenschaft für den Skisport.

Doch auch wenn die eine lieber Ski fährt und die andere „shreddet“, ihren Winterurlaub verbringen sie am Liebsten gemeinsam, tagsüber auf der Piste und abends auf der Hüttenparty. „Spätestens nach zwei oder drei Bier macht es einem Snowboarder auch nichts mehr aus, neben einem Skifahrer zu sitzen, der eine peinliche Elchhornmütze trägt“, scherzt Ann-Kathrin. Und Kathrin fügt augenzwinkernd hinzu: „Obwohl, es heißt ja Après-Ski“. Naja. Wir wollen mal nicht so sein.

Snowboarderin
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