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Das „Schleudertrauma“

Mehr als nur eine harmlose Nackenverspannung?


Ein leichter Auffahrunfall, der Sie in den Sicherheitsgurt wirft, kann genügen, um ein Schleudertrauma zu erleiden. Fitness .com erläutert, was ein Schleudertrauma ist, welche Möglichkeiten der Rehabilitation bestehen und wie man sich vor einem Schleudertrauma schützen kann.

Bei einem Schleudertrauma handelt es sich im Wesentlichen um eine Zerrung der Halsweichteile. Dagegen gibt es keine spezielle Behandlung bzw. Therapie. In der Regel verordnen Ärzte eine kurze, dreitägige Schonzeit. Dabei sollte der Patient anstrengende Arbeiten, langes Sitzen oder starke Erschütterungen vermeiden. Sobald Besserungen eintreten, sollte möglichst schnell eine Rückkehr zu normaler Alltagstätigkeit erfolgen und mit Fitness Übungen begonnen werden. Während früher verschrieb man bei einem Schleudertrauma häufig eine Halskrause, die sogenannte Schanz´sche Krawatte, doch nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Physikalische Medizin und Rehabilitation sei die Halskrause überflüssig. Eine zu lange Ruhigstellung bewirkt, dass die Halsmuskeln schnell an Kraft verlieren und so die Wirbelsäule weniger gut stabilisieren können. Kurz gesagt: Die Beschwerden werden durch die Krause noch verschlimmert, während man durch die richtigen Fitness Übungen die Muskulatur stärken sollte.

Jede Therapieform eines Schleudertraumas, von der Schonung bis zur Bewegung, orientiert sich an den jeweiligen individuellen Beschwerden. Bleiben die Schmerzen über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen, besteht die Möglichkeit einer chirotherapeutischen Behandlung, die sollte allerdings, nicht in der akuten Phase angewendet werden. Hier besteht die Gefahr einer erneuten Traumatisierung. Bei dauerhaften Verspannungen kann Akupunktur schmerzlindernd sein. Greift auch sie nicht sind Schmerzmitteln und Muskel entspannende Medikamente über kurze Zeit notwendig.

Was können Sie selber tun?
Kurze Kühlphasen lindern die Schmerzen zu Beginn. Gymnastische Übungen lockern die verspannte Muskulatur, sollten aber zumindest anfangs unter Anleitung eingeübt werden. Wichtig für alle Übungen ist, dass Sie eine angenehme Position einnehmen, in der der Rücken relativ gerade gehalten wird. Dies erreichen Sie beispielsweise durch Anlehnen an eine Wand mit ein wenig gebeugten Knien, oder durch eine aufrechte Sitzposition auf einem Stuhl. Wer sich sicher fühlt und kein Übergewicht hat, kann sich auch hüftbreit und mit leicht angewinkelten Knien aufrecht stellen. Dabei sind Bauch- und Gesäßmuskulatur leicht anzuspannen, um eine Hohlkreuzposition zu vermeiden. Dehnungsübungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie langsam und bedacht durchgeführt werden. Eine beruhigende Musik kann Ihnen zusätzlich Entspannung verschaffen.

Gute Aussichten
Spätfolgen infolge eines Schleudertraumas sind eher selten.

Normalerweise vergehen die Schmerzen und die Steifheit im Nacken nach wenigen Tagen oder Wochen. Nimmt man die Erkrankten aller Schweregrade zusammen, dauert die Heilung im Durchschnitt einen Monat, so die Deutsche Gesellschaft für Neurologie.
Wichtig für eine rasche Heilung ist die frühzeitige Behandlung.
Es gibt aber Einzelfälle, in denen die Betroffenen jahrelang mit den Folgen eines chronischen Beschleunigungstraumas zu kämpfen haben. Diese Menschen sind entweder zum Zeitpunkt des Unfalls schon älter oder haben häufig schwere Vorschäden der Halswirbelsäule oder psychische Erkrankungen. Nicht zuletzt verzögern langwierige Gerichts- oder Gutachtensprozesse den Heilungsverlauf.

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