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Olympia: Ja zur Waffe – Nein, zur Armee

Katja Wächter kämpft sich mit feinem Florett nach Peking zu Olympia – ohne Bundeswehr


Fitness.com: Wie viel Zeit bringen Sie für Ihren Sport auf?

Katja Wächter: Ich trainiere fast jeden Tag, im Schnitt drei Stunden. Mit einem Studium, wie ich es wählte, kann man es vereinbaren. Ich konnte mir meine Kurse so legen, wie ich wollte. Bei anderen Studiengängen sieht es sicher anders aus. Natürlich konnte ich nicht an allen Trainingseinheiten teilnehmen, musste dann zu einer anderen Zeit trainieren oder es auch mal ausfallen lassen. Zu gewissen Zeiten hatte die Uni Vorrang, zu anderen das Training. Man ändert einfach die Gewichtung. Beides immer hundertprozentig zu erledigen, ist schwer. Aber es geht.

Fitness.com: Haben Sie Hobbys? Treiben Sie außer Fechten noch Sport?

Katja Wächter: Ja, ich gehe einmal die Woche zum Steppen. Eine Freundin hat mich vor drei Jahren gefragt und seitdem machen wir das. Es macht sehr viel Spaß und ist richtig anstrengend, auch für den Kopf. Ansonsten gehe ich ins Kino, treffe mich mit meinen Freunden zum Kochen – sie kochen, ich esse – lese Bücher und gehe ab und zu auch mal weg.

Fitness.com: Sie sind gebürtige Leipzigerin Wie kommt ein junges Mädchen aus Sachsen auf die Idee, Florett-Fechterin zu werden?

Katja Wächter: Zuerst bin ich geschwommen, aber nach einem Umzug innerhalb der Stadt war es zu weit. Dafür war das Sportforum nun umso näher. Tja, meine Mutter hat mich eines Tages dorthin gebracht, sie hat selber gefochten. Und so blieb ich da hängen. Es scheint mir gefallen zu haben, sonst hätte ich sicher nicht weiter gemacht. Aber es war – wie so vieles im Leben – ein Zufall, dass ich zum Fechten kam.

Fitness.com: Über Peking hinaus: Was sind Ihre sportlichen und beruflichen Ziele?

Katja Wächter: Ich kann mir im Moment noch nicht vorstellen, mit diesem Sport aufzuhören. Es klingt vielleicht für manche unverständlich, aber vor den Spielen beschäftige ich mich erst einmal nicht so sehr mit meinem beruflichen Werdegang. Fest steht, es muss etwas sein, das den Sport erlaubt, somit scheidet ein Fulltimejob aus. Aber wie bereits erwähnt: die finanzielle Unterstützung ist schlecht, also kann ich nicht auf der faulen Haut liegen. Ich gebe jetzt schon Nachhilfe und würde das gerne weiter betreiben und das Ganze noch ausweiten und auf Kurse für Ausländer, die die deutsche Sprache erlernen müssen. Und wenn der Körper mitmacht und das Umfeld stimmt, warum sollte ich es nicht 2012 auch in London versuchen?

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