An der Promenade der Bielefelder Sparrenburg herrscht dichtes Gedränge, auf den letzten Metern werden die Läufer von den Zuschauern noch einmal richtig angefeuert, jemand erkennt einen Arbeitskollegen, der gerade jubelnd durch das Ziel läuft, einer schafft es nur noch gestützt von einem Sportsfreund ins Ziel, „auch das ist Hermannslauf, das ist Teamgeist“, begeistert sich der Kommentator, der manche Sportler auf den letzten Metern persönlich willkommen heißt. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre an diesem sonnigen Aprilsonntag in Bielefeld. Nach drei Stunden und dreizehn Minuten hat auch Uwe Büker in Bielefeld die Zielgerade überquert: erschöpft aber zufrieden antwortet er nach einer Verschnaufpause auf die Frage, was denn das Besondere am Hermannslauf sei: „Die Superstimmung“. Und das Schönste? „Ankommen.“
Entlang der Strecke, aber besonders in Oerlinghausen und kurz vor dem Ziel in Bielefeld unterstützen die Zuschauer die Sportler mit Beifallrufen, aber auch Getränken und Obststücken. Kurz vor dem „regionalen Großereignis“ läuft der 44-Jährige Bielefelder zwischen 50 und 60 Kilometer in der Woche, um sich auf den „Hermann“ vorzubereiten, den er in diesem Jahr zum zweiten Mal bezwang.
Selbst wenn die Strecke nicht so lang ist wie ein Marathon, sie hat es in sich. Auf den rund 31 Kilometern gilt es, 515 Höhenmeter Anstiege und 710 Höhenmeter Gefälle zu bewältigen, noch kurz vor dem ersehnten Ziel verlangt eine kurze aber heftige Steigung den Läufern die letzten Kräfte ab. Das Glücksgefühl beim Überqueren der Zielgerade blieb seinem Bruder und Mitläufer Lutz Büker verwehrt. Nur wenige Kilometer vor der Sparrenburg zwangen ihn Wadenkrämpfe zum Abbruch. Auch wenn er Läufer erlebt hat, die trotz schwindender Kräfte und Schmerzen weitergelaufen sind, „diesen falschen Ehrgeiz habe ich nicht, wenn es nicht mehr geht, ist es besser, auszusteigen“, resümiert der 38-Jährige, der genau wie sein Bruder zum zweiten Mal beim Hermannslauf angetreten ist. Die Betreuung seitens der Rettungskräfte sei sehr gut gewesen, lobt er deren Einsatz.
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An diesem „regionalen Volkslauf, der überregional bekannt ist“ fasziniert ihn die „schwierige aber schöne“ Strecke. Das Gefälle, die Wege, die mal über die schattigen Höhen des Teutoburger Waldes, dann wieder durch malerische Täler führen, haben ihren Reiz. Allerdings, so betont er, mache es so ein Profil auch schwierig, den Laufrhythmus zu halten: „Aber man wird entlohnt“.
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